Marktkommentar

Mit deutlichen Kursverlusten und einer extrem ängstlichen Stimmung an den internationalen Börsen haben die Anleger auf die Ausbreitung des Corona-Virus und den heutigen Kurssturz des Ölpreises um 30% reagiert. Der DAX, der Mitte Februar noch auf Allzeithoch notierte, gab im frühen Handel des heutigen Tages um über -9% ab.

Die Angst der Anleger: Auch in Europa und den USA könnten Werksschließungen und somit Produktionsausfälle drohen, vor allem aber auf die Stimmung der Verbraucher drücken und so zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität führen. Urplötzlich ist die Unsicherheit in den Märkten sehr groß und die Erwartungshaltung sehr niedrig. Eine Rezession ist nicht auszuschließen.
Auf der anderen Seite werden positive Nachrichten komplett ignoriert. So gehen in China nicht nur die Zahlen der Neu-Infizierten als auch der Toten seit Tagen zurück, sondern die Zahl der mittlerweile geheilten Patienten übersteigt die der infizierten deutlich (über 50.000 geheilte Patienten stehen knapp 40.000 aktuell noch Infizierten gegenüber). Auch die absoluten Zahlen sind im Vergleich zu üblichen Grippewellen deutlich niedriger. Natürlich ist jeder einzelne Fall schlimm, man sieht aber auch, dass wieder einmal extrem viel Psychologie und mediale Panikmache im Spiel ist.

Hinzu kommt: Es werden durch die jüngsten Entwicklungen weitere Hilfen seitens der Notenbanken und Staaten immer wahrscheinlicher. So erwartet Goldman Sachs inzwischen mehrere Zinssenkungsschritte in den USA. Bundesfinanzminister Scholz spricht offen über Konjunkturpakete. Während die chinesische Notenbank bereits massive Schritte unternommen hat.
Und dies, obwohl die Arbeitslosigkeit in den USA aber auch in Teilen Europas weiterhin sehr niedrig ist und nach einem Abebben des Virus die meisten Volkswirte eine rasche Erholung erwarten. Es ist also längst nicht alles so schlecht und die Aussichten erscheinen durchaus positiv.

Maßnahmen in unseren Fondsvermögensverwaltungen

Für die Aktienmärkte war in den letzten Jahren die Notenbankpolitik und die daraus resultierende Liquidität entscheidend. Deren Maßnahmen werden auch in den kommenden Wochen und Monaten unterstützend sein.

Durch die jüngste Krise ist nun jedoch auch ein enormer Druck auf die Politik entstanden, konjunkturelle Maßnahmen zu ergreifen und Investitionen anzuschieben. Gerade Deutschland hat in den letzten Jahren viele Reserven aufgebaut und kann hier jederzeit Impulse setzen.
Europäische Standardwerte sind in den letzten 5 Jahren kaum gestiegen und werden durch den jüngsten Rückgang wieder unterhalb des langfristigen Durchschnitts bewertet. Hinzu kommt eine attraktive Dividendenrendite. Viele Marktteilnehmer stehen unter enormen Renditedruck, sind zudem unterinvestiert und wollen bzw. müssen demnächst kaufen. Daher bleiben wir bei unserer Einschätzung und sehen die kommenden Jahre besonders für amerikanische und europäische Aktien positiv.

Vor dem Hintergrund der erhöhten Unsicherheit und der aktuell großen Schwankungen an den Märkten, warnen wir davor, das Heil in 100% „Cash“ zu suchen.

Innerhalb unserer Fondsvermögensverwaltungen haben wir bereits letzte Woche reagiert und Cash-Positionen aufgebaut (Portfolio ETF-VV global: 20% Cash, Portfolio aktienVV: 20% Cash-Ersatz durch Alternative Investments, CARAT Liquiditätsspeicher: 20% Cash-Ersatz durch Alternative Investments, Anteil Rentenfonds rund 50%, Aktienquote gesenkt auf knapp 15%).

Ausblick

Nach dem Ausverkauf des heutigen Tages erwarten wir eine signifikante Gegenbewegung in den nächsten Tagen. Sollte die Gegenbewegung ein Strohfeuer sein und die Aktienmärkte wieder Richtung Norden zeigen werden wir kurzfristig handeln und den Cash-Anteil in unseren aktienlastigen Strategien auf bis zu 50% erhöhen sowie den CARAT Liquiditätsspeicher noch defensiver ausrichten.

Empfehlung und Fazit

Für den mittel- bis langfristig orientierten Investor sollte auch dieser Rücksetzer eine gute Einstiegs- und Nachkaufgelegenheit sein. Ihre Anlagewünsche nehmen wir gerne entgegen.
Bleiben Sie gelassen und entspannt. Denn nach Regen folgt immer wieder Sonnenschein.